Beim 3. Gladbecker Jugendforum kamen rund 50 Jugendliche aus sieben Schulen zusammen, um sich auszutauschen, Neues auszuprobieren und gemeinsam an Ideen für ihre Stadt zu arbeiten. Im Mittelpunkt stand dabei ein Thema, das alle betrifft: Respekt.
„Respekt klingt eher ruhig wie der Frühling, der leichte Sonnenschein, die grüne Farbe, der Geruch der Blumen, das Gefühl der Wärme, der süße Geschmack. Respekt sieht aus wie zwei Menschen, die sich die Hand geben – als Zeichen gegenseitiger Achtung.“ –Auszug aus der Schreibwerkstatt des 3. Gladbecker Jugendforums am 11. September 2026
Am vergangenen Freitag wurde die Anne Frank Realschule zum Treffpunkt für junge Menschen aus ganz Gladbeck. Eingeladen hatte das Gladbecker Jugendforum im Rahmen von „Demokratie leben!“. Nach einem langen Schultag hieß es zunächst einmal ankommen, gemeinsam essen und andere Jugendliche kennenlernen. Bei Pizza, Salat und Getränken kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell miteinander ins Gespräch. Dass Jugendliche aus gleich sieben Gladbecker Schulen dabei waren, war auch für Bürgermeisterin Bettina Weist ein wichtiges Zeichen. In ihrem Grußwort zur Eröffnung betonte sie die Bedeutung von Zusammenhalt und Gemeinschaft. Beim anschließenden Kennenlernspiel machte die Bürgermeisterin kurzerhand selbst mit. Auch Schulleiter André Luciga begrüßte die Jugendlichen sowie ihre Begleitungen aus Schulen und Jugendarbeit an der Anne Frank Realschule. Bevor es in die Workshops ging, stellte sich außerdem der Jugendrat der Stadt Gladbeck vor und gab Einblicke in seine Arbeit.
Danach wurde es kreativ, praktisch und manchmal auch kontrovers. In verschiedenen Workshops setzten sich die Jugendlichen mit dem Thema Respekt auseinander und entwickelten eigene Ideen. In der Schreibwerkstatt unterstützte die Autorin Andrea Behnke die Jugendlichen dabei, ihre Gedanken zu Papier zu bringen. In eigenen Texten entstanden ausdrucksstarke Verse und Zeilen darüber, was Respekt für sie persönlich bedeutet – und wo Respekt im Alltag zu finden ist oder vielleicht auch fehlt. Um Sprache und Meinung ging es auch im Podcast-Workshop. Unter Anleitung von Phil Röse (Radiorabauken) diskutierten die Jugendlichen darüber, wie sie Respekt in Schule und Alltag erleben. Gleichzeitig erhielten sie ganz praktische Einblicke in die Produktion eines Podcast und konnten selbst ausprobieren, wie aus einer Idee eine Podcast-Folge entsteht. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema „Respekt im Netz“. In einem Workshop von Nina Plum und Sabrina Schmidt (Planetcare Smallsteps) beschäftigten sich die Jugendlichen unter anderem mit Fake News, KI-generierten Inhalten und Rassismus im Internet. Dabei ging es nicht nur darum, eigene Erfahrungen zu teilen, sondern auch darum, das eigene Wissen zu erweitern und Strategien für den Umgang mit problematischen Inhalten im Netz kennenzulernen.
Wer nicht nur über das Jugendforum sprechen, sondern direkt an seiner Weiterentwicklung mitarbeiten wollte, konnte sich im Marketing-Workshop einbringen. In den Räumen des Kreativamtes entwickelten die Jugendlichen unter anderem Namensvorschläge. Damit wird das Jugendforum immer stärker zu einem Format von Jugendlichen für Jugendliche. Denn bereits bei der Vorbereitung des dritten Jugendforums hatten junge Menschen maßgeblich mitgewirkt. Die Ergebnisse werden nun in der Planungsgruppe des Jugendforums besprochen.
Zum Abschluss präsentierten die einzelnen Workshop-Gruppen ihre Ergebnisse. Für die kreativen Beiträge, Diskussionen und Ideen gab es jede Menge Applaus. Anschließend konnten die Jugendlichen selbst darüber abstimmen, welche Themen im Rahmen von „Demokratie leben!“ künftig in Veranstaltungen und Projekten weiterverfolgt werden sollen. Damit blieb es nicht bei einem Austausch: Die Jugendlichen konnten ganz konkret mitentscheiden, welche Themen in Gladbeck eine Rolle spielen sollen. Das 3. Gladbecker Jugendforum hat damit eindrucksvoll gezeigt, wie viel Engagement und Kreativität in Gladbecks Jugend steckt. Viele Jugendliche nutzten ihre Freizeit nach dem Schulschluss, um sich einzubringen, Ideen zu entwickeln und ihre Stadt mitzugestalten.
Die nächste Gelegenheit zum Mitmachen steht bereits fest: Am 26. Februar 2027 geht das Gladbecker Jugendforum in die vierte Runde. Bis dahin können Jugendliche in der Planungsgruppe weiterhin mitplanen, mitgestalten und mitbestimmen, wie das nächste Jugendforum aussehen soll. Denn eines hat die dritte Ausgabe deutlich gemacht: Wenn Jugendliche die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen einzubringen, haben sie einiges zu sagen – und noch mehr zu bewegen.